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Pharmazeutische Industrie, ein strategischer Vorteil für Italien

Pharmazeutische Industrie: Italien ist der zweitgrößte Pharmaproduzent in der Europäischen Union und hat gute Chancen, der erste zu werden. Innovation, Konvergenz mit der Informations- und Kommunikationstechnologie und eine neue Governance sind die nächsten Herausforderungen.

Auch wenn die Zahlen für die Lebensmittelindustrie positiv sind, wie wir in unserem Blog im Oktober gesehen haben, gibt es einen anderen Sektor in Italien, dem es gar nicht so schlecht geht. Wir sprechen von der pharmazeutischen Industrie, in der heute 64.000 Menschen und 6.200 Forscher beschäftigt sind.

Nach Angaben von Farmindustria, dem Verband der pharmazeutischen Unternehmen, steht Italien in der ISTAT-Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit der Industriesektoren ganz oben. Pharma steht von 2010 bis 2016 an erster Stelle beim Wachstum der Industrieproduktion, beim Exportwachstum und beim Produktivitätswachstum.

Auch auf europäischer Ebene nimmt Italien eine herausragende Stellung ein. Mit einem Produktionswert von 30 Milliarden (71 % davon werden exportiert) ist es der zweitgrößte Arzneimittelhersteller in der Europäischen Union und wird nur noch von Deutschland übertroffen. Und die Chancen, mittelfristig den ersten Platz zu erreichen, sind real. Abschließend noch ein Hinweis zu den Exporten: Sie sind zwischen 2010 und 2016 stärker gewachsen als in allen anderen europäischen Ländern.

In diesem Zusammenhang war die kürzliche Verlegung des Sitzes der Europäischen Arzneimittelagentur nach Amsterdam eine kalte Dusche für das Land. Die rein zufällige Wahl, nachdem es auch im dritten Wahlgang nicht möglich war, einen Gewinner unter den in die engere Wahl gekommenen Städten zu ermitteln, hat für einige Verwirrung gesorgt; doch wurde einmal darauf hingewiesen, dass die Die Kandidatur von Mailand wurde von allen beteiligten Akteuren gemeinsam unterstützt.

Pharma-Schalttafeln

Italien hat also alle Trümpfe in der Hand, um angesichts der neuen Szenarien einer sich rasch verändernden Welt zu wachsen. Zwei Aspekte werden dabei besonders wichtig sein: Innovation und die Konvergenz der Pharmawelt mit der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Das Medikament wird zunehmend zu einem Prozess, der mit digitalen Diensten und Geräten integriert wird, und die Anwendungen der personalisierten Medizin werden zunehmen. Intelligente Pillen werden beispielsweise in der Lage sein, den Wirkstoff dann freizusetzen, wenn er benötigt wird: Ein Medikament kann beispielsweise einmal im Monat eingenommen werden und die erforderliche Dosis wird jeden Tag freigesetzt. Oder es wird möglich sein, den Blutzuckerspiegel durch Kontaktlinsen zu messen, die mit Biosensoren ausgestattet und mit einer App verbunden sind.

Als Hochtechnologiesektor mit hoher Wertschöpfung verfügt er über ein großes Potenzial und wird in Zukunft mit großen Herausforderungen konfrontiert sein. Massimo Scarabozzi, Präsident von Farmindustria, versucht, sie zu beschreiben und Lösungen vorzuschlagen:

Die Arzneimittelhersteller haben vier Jahre lang mit Optimismus und Leidenschaft, aber auch mit Verantwortung und Strenge gelebt und ihre Versprechen eingehalten“, so Scarabozzi. Heute ist die pharmazeutische Industrie in jeder Hinsicht ein strategischer Aktivposten des Landes. Es ist nun notwendig, eine Governance aufzubauen, die auf einer angemessenen Finanzierung der Gesundheitsnachfrage basiert, mit Ad-hoc-Mitteln für innovative Arzneimittel. Die Ausgabenobergrenzen wurden überschritten, angefangen bei der direkten Beschaffung. Einheitliche Gesundheitspolitik im gesamten Gebiet mit besserem Zugang zur Versorgung ohne regionale Unterschiede“.

Italien kann sich in mehreren pharmazeutischen Bereichen rühmen: in der Biotechnologie, bei Impfstoffen, bei neuartigen Therapien und auch in der Auftragsentwicklung und -herstellung.

Eine kürzlich von Pometeia durchgeführte Studie über letztere, d.h. Auftragsfertiger, bescheinigt Italien den ersten Platz in Europa vor Deutschland in Bezug auf den Produktionswert (1,7 Milliarden, wovon 70 Prozent, d.h. 1,2 Milliarden, auf den Export entfallen).

Dieser Produktionswert umfasst vor allem den Bereich der Produktionsinputs (wie Wirkstoffe, Hilfsstoffe, Verpackungen), gefolgt von Dienstleistungen (z. B. Validierung, Engineering, technische Beratung) und schließlich Investitionsgütern wie eigene Maschinen und Mieten.

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